Lehrkräfte im Portrait

Christina-Maria Willms

Christina-Maria Willms ist seit 1991 Lehrkraft an der WMK in den Fächern Klavier, Blockflöte und Musiktheorie. Seit 2019 unterrichtet sie außerdem Shakuhachi.

Ursprünglich als Musik- und Meditationsinstrument genutzt, reicht das Repertoire der japanischen Bambusflöte von Volksmusik bis hin zu Jazz oder moderner Kammermusik.

Zuletzt war Christina-Maria Willms beim "Crossover"-Konzert mit Lehrkräften der WMK im Kulturforum zu hören.

Wie sind Sie zu so einem besonderen Instrument wie der Shakuhachi gekommen?

Es war eigentlich eher ein Zufall. Denn im Vorfeld einer Japanreise entstand bei mir der Wunsch, die Kultur besser zu verstehen. So entschloss ich, mich Shakuhachi zu lernen. Dass das Instrument so faszinierend sein würde, konnte ich damals noch nicht erahnen.

Was macht den Reiz dieses traditionellen japanischen Instruments aus?

Die Shakuhachi ist mit nur 5 Grifflöchern, dem Wurzelende und dem schrägen Anschnitt für die Anblaskante am oberen Ende recht minimalistisch ausgestattet. Anstelle eines Mundstückes formt der Shakuhachi-Spieler alles selbst im Mund. So werden über die 5 Töne der Mollpentatonik, die durch die Löcher vorgegeben sind, alle anderen chromatischen Töne z. B. durch das charakteristische "Kopfwackeln" erzeugt.

Nicht nur der Anfangsunterricht erfordert ein hohes Maß an Geduld, Ausdauer und Konzentration. Das Zusammenspiel des eigenen Körpers, des eigenen Atems mit dem Instrument zu erfahren, ist ein spannender Weg. Der Reichtum der klanglichen Möglichkeiten von Tierimitationen bis zu klagendem Ausdruck, von geräuschhaften, kraftvollen Tönen bis zu einem singendem Klang belohnt den Übenden.

Was unterscheidet den Unterricht auf der Shakuhachi zum klassischen Klavier- und Blockflötenunterricht?

Es gibt zwei sehr äußerliche Unterschiede: Im Shakuhachi-Unterricht sitzen Schüler und Lehrer sich traditionell gegenüber. Die Wechselwirkung von Lehren und Lernen ist dadurch sehr intensiv. Der Lehrer spielt die Stücke auswendig oder "überkopf".

Die Notation unterscheidet sich völlig von der westlicher Musik. Die "Shakuhachi-Noten" sind weder schwerer noch leichter zu erlernen. Allerdings ist die Bereitschaft, sich darauf einzulassen, erforderlich.

Shakuhachi-Spielen/Lernen ist eine Inspirationsquelle vom Hineinhören in die Stille, der Beschäftigung mit dem eigenen Atem, Erfahren von außergewöhnliche Klängen und Spieltechniken und Freude an Ausdruck, Gefühl und Gestaltung. Jeder kann das Spiel der Shakuhachi lernen. Ohne Ausnahme!

Auf welche Projekte an der WMK freuen Sie sich besonders?

2020 ist Beethovenjahr. Das ist als Pianistin, Klavier- und Theorielehrerin ein wunderbares "Spielfeld". Außerdem liegt mir daran, das Crossover meiner drei Lieblingsinstrumente einzubringen. Mein wichtigstes Projekt ist die musikalische Arbeit im täglichen Unterricht mit meinen Schüler*innen!

Zur Person

Christina-Maria Willms absolvierte 1989 ihre erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien mit dem Hauptfach Klavier sowie anschließend das zweite Staatsexamen.
Seit 1991 ist sie Lehrkraft an der WMK.